Über viele Jahre schuf ich eine Vielzahl von Bildern, Objekten und Skulpturen. Immer hatte ich das Gefühl meinen eigenen, nicht konventionellen Weg zu gehen. Das war oft nicht einfach und auch die Themen mit denn ich mich auseinandersetzte, waren nicht unbedingt „en vogue“ in der Kunstszene. Aber ich fand meine Nischen, um auszustellen, meine Kunst zu präsentieren und die Betrachter in meine Arbeit einzubeziehen (interaktive Gespinste auf der Potsdamer Straße in Berlin oder der Botschaft von Sri Lanka oder im Wald in Bayern während der 12 Heiligen Nächte).
Da ich in diesen Jahren auch viel reiste, beeinflusste mich die Farbintensität asiatischer Länder ebenso wie deren Lebensphilosophie, die mich schon seit meiner Jugend faszinierte. Das Werden und Vergehen des Menschen und der gesamten Schöpfung floss in meine Arbeit mit ein.
Und dann kam eben jener Sommer 2008, in dem es mir wie Schuppen von den Augen fiel: „Ich verarbeite Energie“, sowohl meine eigene als auch die anderer Menschen oder die, die ich unmittelbar aus der Natur generiere.
Es wurde mir auf einmal klar, dass meine langjährige Tätigkeit als Malbetreuerin in meinem Malort KOKON www.arnostern.com so wichtig für die Erarbeitung dieses neuen Zyklus gewesen ist. Seit über 15 Jahren betreue ich Kinder und Erwachsene beim Malen, ohne in ihren Malprozess einzugreifen, ich beurteile, interpretiere und vergleiche nicht, gebe keine Themen vor. So kann sich in jedem Menschen das Eigene heraus bilden und entfalten.
An jenem Sommertag 2008 wurde ein bisher ungeahntes Format zunächst aus Papier an die Wand geheftet. Der Pinsel floss über Stunden und Tage über das riesige Blatt
Das Wegtauchen innerhalb dieses Malprozesses erzeugt ein Gefühl der absoluten Zeitlosigkeit und gleichzeitig der Verbundenheit, des „Angeschlossen-seins“. Mir zeigte sich eine Flut von Bildern vor meinen Augen und ich habe bis heute das Gefühl, dass ich diese Bilder malen MUSS, dass es MICH MALT.
Ich war mir noch nie so sicher wirklich authentisch zu sein mit dem was ich male wie seit 2008.
Viele weitere Bilder habe ich vor Augen, die von mir noch „auf die Welt“ gebracht werden müssen. Das wiederum ist für mich ein euphorisierender Gedanke und ich kann es kaum erwarten…